Es gibt unterschiedeliche Felltypen

lockig bis wellig, das Fell ist am gesamten Körper, an der Rute, an den Ohren, am Kopf und im Gesicht sowie an den Beinen sehr langhaarig.

Text von Andrea Becker. Jeder Bolonka hat "Unterwolle". Ohne gibt es nicht - das wäre ein Wunderwerk. Man muss nur lernen, die (Unter-)Wolle zu erkennen. Dafür muss man ein paar Dinge wissen/beachten: Die Unterwolle ist keine wirkliche "Unterwolle". Der Begriff führt in die Irre. Das Bolonkafell hat immer zwei Haartypen: Wollhaar und Deckhaar. Das Wollhaar wird bis auf Ausnahmen ebenfalls lang, wenn man das Fell nie kürzt allerdings nicht so lang wie das Deckhaar. Das Wollhaar ist wesentlich feiner und regulär auch deutlich weicher als das Deckhaar. Das Wollhaar ist weniger gefärbt als das Deckhaar. Das Wollhaar wächst schneller als das Deckhaar. Das Wollhaar lebt kürzer als das Deckhaar (und wird dann noch farbloser bzw. grau bei dunklen Farben). Das, was man rauskämmt ist hauptsächlich Wollhaar und fast kein Deckhaar. Das, was verfilzt, ist das Wollhaar (das Deckhaar vertüdelt allenfalls). An den Ohren und der Rute wächst hauptsächlich Deckhaar. Unter den Ohren dagegen ist viel Wollhaar. Wenn man dauernd schneidet oder schert, gewinnt das Wollhaar die Oberhand - weil es nun mal schneller wächst als das Deckhaar. Dann besteht das Fell hauptsächlich aus Wollhaar. Der Hund ist dann weich und plüschig und bei Anwesenheit der Lockenmutation auch ziemlich lockig (Deckhaar kann nicht so sehr Locken bilden - Locken brauchen weiche Wolle). Auch ist der Bolonka dann regulär um einiges heller in der Farbe bzw. bei dunklen Farben grauer. Viele Bolonka (und auch andere Bichons) stehen rein in der Wolle, weil sie eben so häufig dauernd gekürzt werden. Das führt wiederum dazu, dass Menschen dem Irrglauben verfallen, dass Bolonka keine (Unter-)Wolle hätten, weil die Menschen ja keine zwei Haartypen entdecken können (wie auch - das Deckhaar ist ja verdrängt). Diesem Irrglauben unterliegen auch leider die meisten Hundefriseure. Da der Bolonka ein üppiges Fell haben soll, fordert der Standard sogar reichlich Unterwolle. Sicherlich wäre eine bessere Übersetzung aus dem Russischen, dass reichlich Wollhaar gefordert ist. Hätte er nur Deckhaar, dann hätte er tatsächlich menschenähnliches Haar. Dass er dies hätte, wird zwar auch oft behauptet, entspricht aber nun gar nicht der Realität. „grin“-Emoticon Auf die Welt kommt ein Bolonka mit überwiegend Deckhaar. Dann beginnt die Welpenwolle zu sprießen. Ab 6 Monaten beginnt der Wechsel ins erwachsene Fell. Mit 9 Monaten ist der Prozess so weit, dass das abgestorbene Wollfell extrem (speziell direkt auf der Haut) verfilzt, weil die Welpenwolle eben raus möchte und raus geholt werden muss (weil wir ja einen Hund haben, der nicht von selbst abhaaren kann). Bis das Ganze abgeschlossen ist dauert eine ganze Weile. Ja, man merkt auch den Wechsel der Jahreszeiten. Im Frühjahr und Herbst wechselt die Wolle und man muss noch mehr Wolle auskämmen (ausbürsten/aushakeln), um Filz zu entfernen/zu vermeiden als zu anderen Zeiten. Kürzt man das Fell nicht (oder nur ganz selten ein kleines bischen die Spitzen) gewinnt das Deckhaar im Laufe der Zeit die Oberhand und die Pflege wird einfacher. Das dauert aber recht lange. Hält man das Fell immer ziemlich kurz und hat den Bolonka quasi nur im Wollhaar stehen, ist die Pflege insgesamt leichter. Man muss aber beachten, dass das tote Wollfell durch Kürzen nicht heraus geholt wird. Das schafft man nur durch intensives Bürsten/Kämmen - was man bei langem Fell sowieso des Öfteren machen muss. Insgesamt ist jedes Bolonkafell etwas anders aufgebaut. Auch das führt zu Verwirrungen. Manche haben wirklich üppiges Wollhaar, andere haben nur ganz wenig Wolle. Bei vielen wird das Wollhaar relativ lang, bei anderen bleibt es kurz (also eher wie Unterwolle). Auch das Deckhaar ist nicht immer gleich. Bei einigen ist es recht weich (fast so weich wie Wollhaar), bei anderen ziemlich harsch. Wichtig ist, ob lang oder kurz immer gut bürsten!!!